Type Director Tom Foley im Interview: Kreative Zusammenarbeit in der digitalen Zeit

Die heutigen Kreativabteilungen und -agenturen haben alle Hände voll zu tun. Marketing im digitalen Zeitalter ist ein ständiger Balanceakt und erfordert mehr Improvisation und Flexibilität als je zuvor. Daher ist es keine Überraschung, dass auch die Koordination und Zusammenarbeit von Teams immer wichtiger und immer schwieriger wird.

Doch Herausforderungen bergen auch Chancen. In einem kürzlich veröffentlichten Webinar erörtert Tom Foley, UK Type Director für das Monotype Studio, wie moderne Marken besondere und wirkungsvolle Kreativarbeit liefern können – wenn es ihnen gelingt, eine gemeinsame Grundlage zu schaffen.

Zusammenarbeit ist mehr als nur ein Schlagwort

Überall ist heutzutage von Zusammenarbeit die Rede. Unternehmen sind zunehmend bemüht, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das die Zusammenarbeit fördert, und bestärken ihre Mitarbeiter darin, über Grenzen hinweg gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Diese Ideale sollte jedes Kreativteam zu verwirklichen versuchen. Dazu ist jedoch einiges an Prozess, Struktur und Überlegung notwendig.

»Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gilt es in erster Linie zwei Dinge zu berücksichtigen«, erklärt Foley. »Sie sind nicht besonders glamourös, müssen aber täglich und gut umgesetzt werden: Dialog und Prozess.«

Zusammenarbeit passiere zwangsläufig, so Foley weiter, was jedoch nicht für erfolgreiche Zusammenarbeit gelte. »Ich sage ›Dialog‹ statt ›Kommunikation‹, weil es einen Austausch geben muss«, so Foley. Während Kommunikation häufig die Form von Anweisungen von oben annehmen kann, regt Dialog die Menschen zum Miteinander an. Dies fördert das Verständnis von Rollen und Erwartungen, wodurch die Mitarbeiter sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können. Gelungene Zusammenarbeit wird in einem solchen Umfeld zu etwas Selbstverständlichem.

»Ich sage ›Dialog‹ statt ›Kommunikation‹, weil es einen Austausch geben muss«, so Foley.

»Dialog ist sowohl intern als auch extern von Bedeutung«, fügt er hinzu. »Wir sind ein sehr kundenorientiertes Unternehmen und möchten den Agenturen und Marken, mit denen wir zusammenarbeiten, noch bessere Ergebnisse liefern. Entsprechend können wir nicht davon ausgehen, automatisch zu wissen, was sie wollen, sondern müssen ihnen zuhören und sie in Entscheidungen miteinbeziehen. Dies beeinflusst wiederum unseren internen Prozess und Dialog.«

Mitarbeiter von Designagenturen sind mit dem Konzept des Prozesses vertraut, und die meisten kundenorientierten Agenturen verfügen über einen vorgegebenen Prozess. Der Prozess sollte tatsächliche Anforderungen und Ziele unterstützen. In unserem Fall bestehen diese darin, unsere Kreativ- und technischen Experten für die Herstellung herausragender Markenelemente einzusetzen.

»Ich betrachte unseren Prozess gerne als flexiblen Rahmen statt als starre Struktur«, so Foley. »Damit meine ich, dass er veränderlich genug sein sollte, um die Planung und Ausführung von Projekten jeder Größe zu unterstützen.«

Damit dies funktioniere, benötige sein Team Zustimmung und Input von den Projektbeteiligten sowie Dokumentation zu den internen Prozessen, damit der Rahmen auf sinnvolle Weise auf den für die Entwicklung von Schriften erforderlichen Prozess übertragen werden könne.

»Es ist äußerst wichtig, dass ein Prozess tatsächliche Anforderungen auf unserer Seite sowie auf Kundenseite widerspiegelt und unterstützt«, erklärt er.

Wie steht es mit Änderungen in letzter Minute?

In Bezug auf die Schriftgestaltung erfordert der Umgang mit Änderungen in letzter Minute ein Verständnis dessen, wie man eine Schrift strategisch entwirft und erstellt. So ist es möglich, unerwartete Wünsche oder Anforderungen ohne größere Unannehmlichkeiten zu integrieren.

»In der frühen Konzeptionsphase entwerfen wir zunächst zahlreiche Richtungen für einen kleinen Zeichensatz in einer einzigen Strichstärke«, so Foley. »In der nächsten Phase, der Prototypphase, fügen wir weitere Zeichen hinzu und entwerfen in verschiedenen Strichstärken – häufig extremen Strichstärken – für ein ausgewähltes Konzept.

»Der Umgang mit Änderungen in letzter Minute erfordert ein Verständnis dessen, wie man eine Schrift strategisch entwirft und erstellt.

»An diesem Punkt kann der Kunde eine fundierte Entscheidung bezüglich der für ihn geeigneten Konzeptrichtung treffen, und wir fahren mit der Entwicklung des Designs für die erforderliche Sprachunterstützung, Styles und Strichstärken usw. fort. Dies ist ein Standardverfahren, das es uns erlaubt, den Kunden in wichtigen Phasen miteinzubeziehen und mit auf die Reise zu nehmen.«

Durch die so erfolgte Einbeziehung des Kunden und den stattfindenden Dialog kann das Team die Wahrscheinlichkeit von Änderungen in letzter Minute reduzieren. Sollte dennoch eine kurzfristige Änderung gewünscht werden, ist es laut Foley wichtig, flexibel, aber ehrlich zu sein.

»Man muss so flexibel wie möglich bleiben und dem Anliegen bestmöglich Rechnung tragen«, so Foley. »Sollte der Kunde jedoch plötzlich grundlegende Designentscheidungen widerrufen, und das an dem Tag, bevor wir die finalen Schriftdateien liefern, müssen wir aufgrund der Auswirkungen, die dies hätte, einen angemessenen Widerstand an den Tag legen.«

Sehen Sie sich das vollständige Webinar an  und erfahren Sie mehr darüber, wie die Zusammenarbeit moderner Teams funktioniert und wie Ihr Team effektiver zusammenarbeiten kann.