Good Type ist eine 10-teilige Videoserie mit Erläuterungen, die eine einfache Frage beantworten möchte: Was macht gute Schriften … gut? Die Reihe bietet tiefere Einblicke ins Schriftdesign um Kreativen dabei zu helfen, die passende Schrift für ein aktuelles Projekt zu wählen. Lesen Sie auch Teil 1 und Teil 2, falls noch nicht geschehen.

Eine Botschaft klar zu kommunizieren erfordert eine Schrift, die mühelos zu lesen ist. Dies ist mindestens so wichtig, wie den Text verständlich zu formulieren.

Wenn es um präzise Kommunikation geht, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Die Wahl der Schrift mag ein naheliegender Startpunkt sein, doch zuvor sollte man sich Gedanken über die Punktgröße bzw. die optische Größe der Zeilen machen, den Raum drum herum (Zeilenbreite), den Zeilenabstand und natürlich die Zielgruppe: jung, alt, erfahren im Lesen, etc.

Während für einige Jobs ein klare Typografie wichtig ist, ist sie für andere unerlässlich … zum Beispiel im medizinischen Bereich und in der Pharmazie, wo sich die Leser auf unmissverständliche Anweisungen verlassen. Neuartige Umgebungen, wie Virtual Reality und Augmented Reality, stellen ebenfalls höhere Anforderungen an Schrift, damit Verzerrungen oder Störungen ausbleiben und die Menschen den Text lesen, verstehen und darauf reagieren können. Bei der Wahl einer Schrift muß berücksichtigt werden, wo sie zum Einsatz kommt und ob sie es schafft, zum Leser zu sprechen.

Während für die eine Aufgabe ein klare Typografie wichtig ist, ist sie für die andere unerlässlich.

Für beste Lesbarkeit sind einige Dinge bei der Wahl einer Schrift von Bedeutung. Klar unterscheidbare Zeichen (ilI) helfen beim Lesen, was vor allem bei serifenlosen Schriften eine Herausforderung ist.

Auch die Architektur einer Schrift beeinflusst die Lesbarkeit. Aus der Ferne betrachtet, erscheinen die Buchstaben und Ziffern der geometrisch konstruierten Eurostile als eine Reihe von unleserlichen Kästchen, während eine Schrift wie Metro Nova, die Zeichenunterschiede betont, leichter zu dechiffrieren ist.

Je nachdem, wie eine Schrift verwendet wird, ist der Rhythmus eine weiteres Kriterium. Vergleicht man das vertikale Staccato einer Bodoni, mit unterschiedlichen Breiten und Intervallen, mit den ruhigen Abstrichen einer Applied Sans, ergibt letztere ein harmonischeres Schriftbild. Andererseits kann eine zu große Gleichmäßigkeit des Rhythmus in einer monotonen Leseführung enden und das Auge ermüden.

Ein gutes Mantra, dem man folgen kann, ist: Sei zuerst klar und dann clever.

Andere Faktoren, die der Klarheit dienen, sind eine höhere Mittellänge und große Innenräume. Offene Formen sorgen dafür, das sich ähnliche Buchstaben besser unterscheiden. Die Schriftentwerferin Zuzana Licko sagte in den 1990er Jahren: »Wir lesen am besten, was wir am meisten lesen«, womit sie meinte, dass motivierte Leser sich auch durch schwer lesbare Texte kämpfen, weil sie das wollen. Im Marketing geht es aber um Texte, die ihre Leser suchen und gewinnen müssen, durch Inhalt plus leichte Lesbarkeit.

Ein gutes Mantra, dem man folgen kann, ist: Sei zuerst klar und dann clever. Ohne die notwendige Klarheit spielt es keine Rolle, wie schön, ausdrucksstark oder schrullig eine Schrift ist.

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unseren kommenden Good Type Beiträgen. Das Video wurde live auf der Adobe Max 2017 aufgenommen.