Monotype x Limerick.

Wir knüpfen gern Kontakte zu Industriepartnern wie Monotype, die ohne zu zögern mit unseren Studierenden zusammenarbeiten möchten. Es ist eine wirklich nützliche Situation: für die Hochschülerinnen und Hochschüler, aber auch für uns selbst, denn auch wir lernen eine Menge, sodass alle einen Nutzen haben.

Eamon Spelman, Senior-Dozent an der Limerick School of Art and Design 

 

Es ist eine traurige Wahrheit, dass der Typografie in den Lehrplänen der Kunsthochschulen nicht immer der Raum zugestanden wird, den sie verdient; das Gleiche gilt für die notwendigen Ressourcen. Es sind die Zeichen der Zeit: eingeschränkte finanzielle Mittel, größere Klassen und weniger Lehrkräfte bedeutet, dass den Kursleiterinnen und -leitern die schwierige Entscheidung zufällt, auf welche Themen sie sich konzentrieren. Diese Tatsache hat unser Studio dazu veranlasst, eng mit Hochschulen zusammenzuarbeiten und unser Wissen und unsere Erfahrung mit angehenden Typograf*innen und Designer*innen zu teilen. Wir tun dies regelmäßig, hauptsächlich in Form von Workshops und Projektaufträgen. Die Arbeit mit den visuellen Gestalter*innen der Zukunft ist lohnend und inspirierend, wir lieben sie.

In den letzten vier Jahren hatten wir das Glück, eine Partnerschaft mit der Limerick School of Art and Design in Irland einzugehen, die seit 2021 zur Technological University of the Shannon gehört. Die Hochschule ist zufällig die Alma Mater unseres Creative Type Director Tom Foley, und sowohl Foley als auch sein Kollege Emilios Theofanous haben an Workshops und Vorlesungen der führenden Hochschule für Kunst, Design und kreative Medien teilgenommen. 

Vor Corona konnte Foley die Schule besuchen und einen persönlichen Workshop zum Start des Lehrplans anbieten. „Es ist so wertvoll, eine gewisse Zeit vor Ort mit den Studierenden und den Lehrern zu verbringen. Ein Dialog macht das etwas abstrakte Thema Typografie zugänglicher. Uns selbst liefert der Austausch Kontext und Feedback zu dem, was wir unterrichten und vermitteln möchten. Daher ist die Reaktion der Studierenden auf unseren Unterricht für uns ebenso wertvoll wie unser Wissen für sie: Eine tolle Synergie. Wir waren mitten in den Vorbereitungen für das 2020-Semester, als die Pandemie ausbrach.  Weil die Studierenden sowieso schon an allen Fronten zu kämpfen hatten, setzten wir unsere ganze Energie daran, ein Unterrichtsprogramm auf die Beine zu stellen, das sich auch virtuell umsetzen ließ“, erinnert sich Foley.

Für das Unterrichtsprogramm 2020 und 2021 entwickelten Foley und sein Teamkollege Emilios Theofanous für Limerick ein komplett virtuelles Angebot. Dabei war wichtig, dass das Modul für die Studierenden des vierten Studienjahres weiterhin spannend und lohnend war. Eamon Spelman, Senior-Dozent an der Limerick School of Art and Design und unser Ansprechpartner für das Programm, spricht gern über die Bedeutung dieser Art von Partnerschaft: „So etwas ist auch für uns Pädagogen ausgesprochen wertvoll, weil wir lernen, wie wichtig Typografie und typografische Praxis auch in der digitalen Welt sind. Für uns als Grafikdesigner ist Schrift eine zentrale Komponente unserer Arbeit. Ich betone bei jeder Gelegenheit, dass Typografie unser Ding ist, weil unser eigenes Schaffen und das angrenzender Disziplinen, wie Animation oder Illustration, ohne sie nicht funktionieren. Ich lege großen Wert darauf, die Typografie in den Mittelpunkt dessen zu stellen, was die Studierenden hier bei uns lernen.

Für den virtuellen Unterricht mussten wir unsere Anforderungen an die Studierenden und die Art und Weise, wie wir sie unterstützen, anpassen. Vor Corona konzentrierten wir uns in erster Linie auf den Druck und das Handwerk des digitalen Schriftsatzes. Diese Aspekte der Typografie sind nach wie vor wichtig, aber sie ließen sich nicht gut auf die „neue Normalität“ übertragen, mit der Schüler und Lehrer konfrontiert waren. Wir beschlossen, unser Angebot anzupassen, um andere, ebenso wichtige Aspekte der Typografie einzubeziehen, wodurch die Erfahrung des Online-Lernens bereichert wurden.

Das Kreativbriefing. 

Studierende des vierten Studienjahres wurden gebeten, einen Marketingplan für eine Schrift ihrer Wahl zu erstellen, und in dem Zusammenhang digitale und/oder gedruckte Werbemittel zu entwerfen. Ihre Arbeiten mussten Merkmale und Eigenschaften der Schrift zeigen und dabei einem Konzept folgen, das Recherchen erfordert. Die Hochschüler hatten auch die Aufgabe, eine Botschaft für ihre Kampagne zu entwickeln, ein Schlüsselelement bei der Veröffentlichung von Schriften, dass wir bei Monotype als essenziell erachten. Die Kombination von kommerziellen Anforderungen mit akademischen Lernergebnissen bot eine interessante Möglichkeit, einen Teil des Lehrplans mit Blick auf die Erwartungen der Industrie zu gestalten.   

Nachrichtenplattform. 

Die Studierenden waren begeistert vom Prozess der Entwicklung einer Nachrichtenplattform. Das war wirklich lehrreich, denn wir wollten erleben, wie die Industrie arbeitet und wie so was bei Monotype eingesetzt wird“, sagt Spelman. „Den Hochschülern war gar sich bewusst, dass international aufgestellte Unternehmen an mehreren Standorten mit unterschiedlichen Mitteln arbeiten und verschiedene Komponenten entwickeln, und dabei bisweilen unterschiedliche Begriffe für ein und dieselbe Sache benutzen. Es war großartig für uns, das zu erleben und zu verstehen.

Die Schriften.  

  • FF Attribute Text  
  • FF Casus  
  • FF Nort  
  • FF Unit  
  • FF Unit Slab  
  • Linotype Didot  
  • Masqualero  
  • Monotype Grotesque  
  • Neo Sans  
  • Neue Kabel  
  • Rockwell Nova 
Da glaubst du, eine Schrift aus dem Effeff zu kennen … bis die Studierenden sie in die Hände nehmen: Sie lieferten uns so viele schöne Überraschungen, dass wir so manchen Klassiker neu entdeckten und ihn plötzlich mit anderen Augen sahen. Ich lerne jedes Mal eine Menge Neues, wenn wir diese Workshops durchführen.

Emilios Theofanous, Creative Type Director.

Die Arbeiten.

Es war ein Vergnügen, in ihr frisches Denken einzutauchen und sie mit so viel Kreativität und Pathos arbeiten zu sehen. Sie scheinen zu verstehen, wie wichtig die Typografie im Bereich der visuellen Kommunikation ist. Schrift bildet das Zentrum eines modernen Brandings, sie macht die Stimme einer Marke sichtbar. Die Ergebnisse des Workshops sprachen für sich, waren originell, einfühlsam und humorvoll. Es war pure Freude zu sehen, wie die Schüler ihre Konzepte zum Leben erweckten.

Eine anregende Diskussion mit einer international führenden Designpädagogin finden Sie hier in unserer „Creative Characters“ Podcast-Episode mit Ellen Lupton, Autorin, Kuratorin, Pädagogin und Designerin.

Es ist großartig für unsere Studierenden, wenn sie sich bald für einen Job bewerben und sagen können: ‚Das habe ich bei Monotype gelernt‘. Das Programm war eine fantastische Erfahrung für sie.

Eamon Spelman, Lecturer at Limerick School of Art and Design / TUS.