4 Dinge, die Sie über das Ende der Type-1-Unterstützung von Adobe wissen müssen.

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Wer heute noch mit Type-1-Schriften gestaltet, sollte sie so schnell wie möglich ersetzen.

Adobe hat angekündigt, die Unterstützung von Type-1-Schriften (auch bekannt als PostScript, PS1, T1 und Adobe-Type-1-Fonts) beim Erstellung von Dokumenten bis 2023 einzustellen. Hier erfahren Sie, was das genau bedeutet und was Sie beachten müssen.

Photoshop unterstützt Type-1-Schriften bereits nicht mehr. Bis zum Ende des Jahres werden alle neuen Versionen der Adobe-Creative-Cloud-Programme folgen. Verwenden Sie noch Type-1-Schriften? Hier sind vier Fragestellungen, die Sie zum Ende des Font-Formats wissen sollten.

1. Was sind Type-1-Schriften?

Die 1984 entwickelten vektorbasierten Schriften wurden für die Verwendung mit der Seitenbeschreibungssprache PostScript von Adobe konzipiert und läuteten das Desktop Publishing (DTP) ein. Type-1-Schriften ließen sich schnell und sicher drucken. Dank der damals revolutionären Hinting-Technologie garantierten sie bei den niedrigen auflösenden Laserdruckern (300 dpi) ein klares Schriftbild.Doch Adobes Patentpolitik löste bald einen Wettbewerb unter den Computerherstellern aus und führte 1991 zur Einführung des TrueType-Formats durch Apple. Ein Jahr später wurde TrueType das Font-Format von Microsofts Windows 3. 1996 einigte sich die Branche auf das universelle Font-Format OpenType, das wesentliche Begrenzungen von TrueType und Typ-1 überwand. OpenType-Schriften gibt es in den beiden Ausprägungen TrueType-flavoured (.ttf) und PostScript-flavoured (.otf), die beide plattformübergreifend funktionieren und heute die bevorzugten Font-Formate sind.

2. Warum stellt Adobe die Unterstützung von Type 1 ein?

Seit 1996 hat sich Adobe auf das vielseitigere OpenType-Format konzentriert. Weil Type-1-Schriften von den meisten Browsern und mobilen Betriebssystemen nicht unterstützt wurden, nahm ihre Verbreitung ganz natürlich ab. Ehemalige Benutzer von Type-1-Schriften haben bereits vor Jahren auf OpenType- oder TrueType-Alternativen umgestellt.

3. Was passiert, wenn die Unterstützung für Type 1 eingestellt wird?

Aktualisierte Versionen von Adobe-Anwendungen erkennen Type-1-Schriften nicht mehr, selbst wenn sie sich auf Ihrem Rechner noch installieren lassen. Sie werden im Schriftmenü der Adobe-Programme nicht angezeigt, sodass Sie mit Ihren Type-1-Fonts keine neuen Inhalte erstellen können. Beim Öffnen älterer Dokumente, die mit Type-1-Fonts gebaut wurden, erscheint die Fehlermeldung „fehlende Schriftart“. Ältere Versionen von Creative Cloud-Anwendungen unterstützen diese Schriften vielleicht noch, aber Vorsicht: Viele Betriebssysteme folgen dem Beispiel von Adobe und stellen ebenfalls die Unterstützung für Type-1-Schriften ein. Wenn dies geschieht, werden auch ältere Versionen von Creative Cloud-Anwendungen keine Type-1-Schriften mehr unterstützen.

Eingebettete Type-1-Schriften in Dateien im Portable-Document-Format (PDF) und Encapsulated-Postscript (EPS) werden auch nach der Einstellung der Unterstützung noch angezeigt, aber Sie können keine Änderungen an den Texten vornehmen. Nicht eingebettete Schriften in diesen Dateiformaten werden durch Standardschriften ersetzt.

4. Wie können sich Marken und Unternehmen auf diesen Wandel vorbereiten?

Wer noch mit Type-1-Schriften arbeitet, sollte diese Schriften so schnell wie möglich ersetzen. Für viele Type-1-Schriften gibt es seit langem OpenType- oder TrueType-Alternativen. Manche Schriftenhäuser bieten vergünstigte Upgrades auf die modernen Formate an. Es ist zwar technisch möglich, Type-1-Schriften in ein neueres Format zu konvertieren, was allerdings viele Schriftanbietern als Verstoß gegen die Lizenzvereinbarung für Endbenutzer betrachten. In den kommenden Wochen werden wir Ihnen weitere Hinweise geben, wie Sie sich auf das Ende der Type-1-Schriften vorbereiten können (in English).