Creative Characters S2 E7: Cristina Pandol.

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Für mich war es fast eine ermutigende Erkenntnis: Ich passe in keine Schublade.

Cristina Pandol.

Im Podcast Creative Characters sprechen wir mit kreativen Menschen, die an der Schnittstelle zwischen Schrift und Kommunikation arbeiten. Sie können die aktuelle Episode ganz unten auf dieser Seite starten, oder auf AppleSpotifyGoogle Podcasts, oder überall, wo gute Podcasts angeboten werden.

Diese Woche hatten wir die preisgekrönte Kreativdirektorin und Markenberaterin Cristina Pandol zu Gast, die aktuell als VP Creative bei Westbrook Media arbeitet, einem von Will Smith und Jada Pinkett Smith gegründeten Entertainment-Unternehmen. Schalten Sie ein, um unseren Bill Connolly mit Cristina über ihre Erfahrungen als Kreative sprechen zu hören, mehr über ihrem multikulturellen Hintergrund zu erfahren und ihre vorübergehende Allergie gegen Unterhaltung.

 

Zurück zu den Wurzeln.

Cristina wuchs mit mehreren Generationen in einer Bauernfamilie auf. Der Rhythmus ihrer Arbeit hatte zur Folge, dass die Familie acht Monate des Jahres in Chile und vier Monate in den USA verbrachte, damit der Vater die gesamte Saison über Tafeltrauben ernten konnte. Cristina verbrachte ein Drittel ihrer Jugend in Kalifornien (wie ein anderer Gast von Creative Characters). Da sie zwischen zwei Ländern pendelte, wuchs Cristina mit zwei Kulturen, zwei Sprachen und zwei Identitäten auf. Sie ist eine chilenische Latina-Amerikanerin mit kroatischen Vorfahren.

Jeder Mensch liebt es, auf seine Andersartigkeit hinzuweisen und darauf, wie sehr man von der Norm oder dem Status quo abweicht. Obwohl es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, sind es die Gegensätze, die uns auffallen.

Für Cristina war die Andersartigkeit ermutigend. Sie glaubt, dass die Divergenz dazu beigetragen hat, ihre Karriere in Richtung Kreativität zu lenken. Ihr Berufsleben startete in der klassischen Werbung unter Paul Marciano bei Guess? Inc., als Praktikantin, während sie an der USC studierte. Sie arbeitete an groß angelegten Fotoshootings, Katalogen, Mailings und Druckerzeugnissen. Kurze Zeit später fiel ihr ein Jobangebot aus der Unterhaltungsindustrie vor die Füße.

Ein Vorstellungsgespräch verändert das Leben.

Nachdem Cristina festgestellt hatte, dass die Modebranche nicht der richtige Ort für sie war, spielte sie mit dem Gedanken, sich woanders zu bewerben. Ein früherer College-Professor erzählte ihr von einer offenen Stelle in der Unterhaltungsbranche. Da sie weiter in der Werbung arbeiten wollte, war sie zunächst nicht begeistert von dieser Option. Ironischerweise war es ihre Laissez-faire-Haltung, die ihr das Selbstvertrauen und den Mut gab – sie nennt es „Naivität“ –, sich doch für den Job zu bewerben. Um die ganze Geschichte kennenzulernen, hören Sie in den Podcast rein.

„Die Haltung der Unterhaltungsbranche scheint sich mit der Anschauung der Kreativen zu decken, die etwas verändern wollen, die sich Gehör verschaffen möchten und zu allem eine Meinung haben. Ich bin in der Unterhaltungsbranche gelandet, weil ich diese Arschloch-Haltung irgendwie liebe.“

Obwohl sie sich ganz am Anfang ernsthaft gefragt hatte, ob sie nicht „allergisch gegen Unterhaltung“ sei, arbeitet Cristina nun seit über 10 Jahren in der Entertainment-Branche, zunächst bei der WME Agency, danach bei Endeavor, Tiny Dino und heute bei Westbrook Media.

Die Arbeit bei Westbrook.

Für Cristina ist es von großer Bedeutung, in einem Unternehmen zu arbeiten, das von einem Kreativen gegründet wurde. Nur das stellt sicher, dass Kreativität in der Vorstandsetage die erste Geige spielt. Es sind weniger Rechtfertigungen nötig, um eine kreative Vision zu realisieren, was die Arbeit effizienter und befriedigender macht.

„Für jedem im Unternehmen, für unsere Firmenkultur und für die Auftraggeber, die mit uns zusammenarbeiten möchte, steht die künstlerische Arbeit an erster Stelle. Es ist eine ganz andere Haltung als in Unternehmen, wo erst mal kalkuliert wird. Sie ist ermutigend und ermächtigend und schafft eine große psychologische Sicherheit für die Kreativen, die frische Ideen einbringen möchten.“

Westbrook ist dafür bekannt, aufstrebenden Künstlern Chancen zu eröffnen. Die jüngste Produktion der Westbrook Studios ist BEL-AIR, eine Peacock-Originalserie, die die 90er-Jahre-Sitcom „The Fresh Prince of Bel-Air“ neu interpretiert. Morgan Cooper, ein selbst finanzierter Filmemacher aus Kansas City, drehte einen Trailer für BEL-AIR und stellte das Video auf YouTube ein. Das Westbrook-Team hat es gesehen, für gut befunden und dann für zwei Staffeln unterschrieben.

BEL AIR Promo

Weitere Informationen über die Geschichte hinter den Kulissen auf dem Weg zu BEL AIR finden Sie in Cristinas Keynote bei Brand Talks.

Geheime Zutat fürs Design.

Welches ist die magische Zutat für gutes Design? Cristina betrachtet die furchtlose Risikobereitschaft, mit der sie in ihr Vorstellungsgespräch ging, als entscheidend. Und innovatives Denken. Beides sollte sich die Waage halten.

Cristina ist auch von der problemlösenden Seite des Designs sehr angetan. Sie gibt zu, dass ihr die besten Ideen spontan einfallen, zum Beispiel wenn sie auf dem Weg ins Fitnessstudio ist und nicht am Schreibtisch sitzt.

Sie findet, dass es beim Design entscheidend darum geht, einzelne Teile so zusammenzusetzen, dass sie ein natürliches Ganzes ergeben, ähnlich wie beim Zusammenbauen eines Puzzles.  

Der Grund, warum sich die Menschen zur Kreativität hingezogen fühlen, ist meiner Ansicht nach: Weil sie irgendwie das Chaos ordnet.

Erst die Unterhaltung, dann das Marketing.

Cristina ist überzeugt davon, dass die erfolgreichsten Marketingkampagnen aus dem Entertainment-Bereich kommen. Sie glaubt, dass Anzeigen mit einem humorvollen oder unterhaltsamen Element die Verbraucher anziehen.

„[Die Menschen] wollen unterhalten werden. Sie wollen nicht unbedingt umgarnt oder gekauft werden. Man kann das natürlich einstreuen, wenn man ein wirklich guter Kreativer ist, aber es geht in erster Linie um Unterhaltung. Es geht darum: ‚Welches Gefühl werde ich mit diesem Produkt haben?‘“

Eine ihrer Lieblingswerbungen der letzten Zeit war die Goldfish-Werbung #GoForTheHandful auf TikTok, in der die Zuschauer aufgefordert wurden, den Rekord des NBA-Sportlers Boban Marjanovic zu brechen, der 301 Cracker mit einer Hand halten konnte.

 

Wie viele gute Gespräche endet auch unseres mit einer Plauderei über Mobilfunk-Familienrabatte. Dabei lobt Bill die Werbung eines Unternehmens, in der Menschen gezeigt werden, die eine „Familie“ (in Luftgänsefüßchen) gründen, um in den Genuss eines Familientarifs zu kommen.

Danke fürs Einschalten! Um zu sehen, was Westbrook Media macht, besuchen Sie Instagram und  LinkedIn. Schauen Sie sich die neuen Staffeln von  Samsung’s Exposure und  Red Table Talk an oder sehen Sie sich die neue Welt von Bel-Air auf Peacock an.

Listen to the episode: