Dürfen wir vorstellen: Neue Plak – die aufgefrischte Version des verborgenen Juwels von Paul Renner

Der deutsche Designer Paul Renner ist hauptsächlich für sein Futura-Design bekannt, doch Plak, seine »andere« Schrift, ist gerade völlig zu Recht wiederentdeckt worden. Die Monotype-Designer Linda Hintz und Toshi Omagari haben das unterschätzte Design zu neuem Leben erweckt, indem sie einen vielseitigen Satz mit 60 Strichstärken kreiert haben, die an die Formen der ursprünglichen Holzschrift angelehnt sind.

Die beiden hatten unabhängig voneinander und ohne von den Plänen des jeweils anderen zu wissen Vorschläge für eine Erneuerung der 1928 entstandenen Schrift – möglicherweise eine der ältesten mechanisch entwickelten Grotesk-Schriften – ausgearbeitet. Daraus entstand alsbald ein wesentlich größeres gemeinsames Font-Projekt. Während Renners Futura sich unter Designern in aller Welt größter Beliebtheit erfreut, ist Plak, seine zweite Schrift, weitaus weniger bekannt.

Das Design wurde ursprünglich von der deutschen Schriftgießerei Stempel veröffentlicht und war als Plakat-Pendant für eine andere Sans-Serif-Schrift gedacht. Zwar ist nicht viel über den kulturellen Hintergrund von Plak bekannt – möglicherweise deshalb, weil die Schrift hauptsächlich für den schnellen, preisgünstigen Druck zum Einsatz kam –, doch wurde das Design von der deutschen Boulevardzeitung Bild in den 1970er- und 80er-Jahren umfangreich genutzt. Sein Schattendasein in der heutigen Zeit ist möglicherweise dem Umstand geschuldet, dass die Schrift bisher lediglich in drei einfachen Schnitten verfügbar war und eine umfassende digitale Wiederbelebung vermissen ließ, die sie für die Anforderungen des modernen Zeitalters gerüstet hätte.

»Ich hatte das Gefühl, dass Plak mehr Anerkennung verdient hat«, so Hintz, deren Recherchen zu der Schrift sie ins Hamburger Museum der Arbeit geführt haben. »Die Formen selbst sind teilweise ausgefallen, teilweise richtig spaßig, aber mit einer deutschen Steifheit, die für eine seltsame Mischung sorgt. Es war interessant, zu sehen, wie alt und verstaubt die ursprünglichen Holzformen sind und wie viel Arbeit nach dem anfänglichen Schnitzen erforderlich war.«

»Aus heutiger Sicht betrachtet sind die drei Stile nahezu unabhängig voneinander. Daher bestand die Herausforderung darin, sie zu einer Familie zu vereinen, ohne dass ihre ursprünglichen Eigenarten verloren gehen«, fügt Omagari hinzu. »Ich habe die drei Strichstärken Seite an Seite mit unseren Entwürfen platziert und darauf zu achten versucht, die Formen nicht allzu sehr zu bereinigen.«

Hintz und Omagari haben Versionen für alle ursprünglichen Holzschriftalternativen hinzugefügt, auf die sie im Rahmen ihrer Recherchen gestoßen sind. Dadurch haben Designer die Wahl zwischen offenen und durchgestrichenen Punzen (ein Detail, das außerdem die Eleganz der Haarstrich-Versionen erhöht). Außerdem haben sie Formen hinzugefügt, die als moderne Alternativen zu dem Design passen. Es sind Merkmale wie diese, die dem äußerlich ernsten Erscheinungsbild von Neue Plak entgegenwirken, welches gleichwohl einige subtile Hinweise auf eine verspieltere Seite erkennen lässt – beispielsweise im kleinen r oder den großen Punkten über dem i.

Neben einem vollständigen Satz neuer Breiten und Stärken – von komprimierter Haarstrich bis hin zu breit extra-schwarz – haben Omagari und Hintz außerdem eine neue Textversion entworfen, wodurch Designer aus zahlreichen Möglichkeiten wählen können. Die »extremeren« Stärken sind die offensichtliche Wahl für Leitartikel, Branding und Logos und bieten in Verbindung mit der Textstärke von Neue Plak besonders große Flexibilität. Das Design ist ebenfalls gut für digitale Schnittstellen geeignet und entspricht dem aktuellen Trend, mechanische Grotesk-Schriften für Benutzeroberflächen zu verwenden.

»Es sieht überhaupt nicht wie Futura aus, entspringt aber einem ähnlichen Gedankengut – beide Schriftarten sind sehr geometrisch und mechanisch«, so Omagari. »Die Ergebnisse sind verschieden, aber ich erkenne eine gewisse Ähnlichkeit in dieser Hinsicht.«

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