Sony: eine Schrift für 93 Sprachen

In enger Zusammenarbeit entwickelten Akira Kobayashi, Director von Monotype Type, und Hiroshige Fukuhara, Chief Art Director von Sony, eine einzigartige Schrift, die für fast 100 Sprachen, zahlreiche Kunden-Touchpoints und eine jahrzehntelange Verwendung geeignet ist.

Sony wandte sich mit einer ehrgeizigen Vision an Monotype: Das Unternehmen benötigte eine originäre Schriftart, die auf seinen Produkten, in Geschäften, im Internet und praktisch weltweit an allen Touchpoints mit Kunden zum Einsatz kommen könnte – genau genommen bei Kunden, die eine von 93 Sprachen sprechen. Nachdem Monotype die Wunschliste von Sony für seine SST® Fonts analysiert hatte, fühlte Monotype Type Director Akira Kobayashi „den Druck der Verantwortung“, da ihm klar wurde, „wie das Projekt zum Aufbau des Marken-Image von Sony beitragen würde“.

Im Nachhinein, so erzählt er, kann er darüber lachen, wie sehr ihn dieses komplexe Projekt damals einschüchterte. Im Blog erklärt das multinationale Unternehmen, dass es sehr zuversichtlich war, dass Monotype diese Aufgabe meistert, da die Foundry mit der Geschichte und den Idealen der Typografie bestens vertraut ist, selbst auf eine lange Tradition zurückblicken kann, umfassendes Know-how bei der Entwicklung mehrsprachiger Fonts hat und intensive Unterstützung bei der Schriftgestaltung und Bildschirm-Optimierung bietet. „Schriftarten sind wichtige Designelemente, die unseren Eindruck von Produkten ebenso beeinflussen wie das Benutzererlebnis selbst“, so Sony.

Die Herausforderung

Sony Chief Art Director Hiroshige Fukuhara sagt: „Mein erster Gedanke galt der Schaffung einer authentischen Schrift – das lag mir sehr am Herzen. Mein Projektteam teilte meine Ansicht bezüglich der Authentizität. Wir wollten eine originäre Schrift, die auf einer soliden typografischen Tradition fußte. Dabei hofften wir, dass diese viele Jahrzehnte Bestand haben würde. Die Mehrsprachigkeit wurde von Beginn an berücksichtigt.“

: „Schriftarten sind wichtige Designelemente, die unseren Eindruck von Produkten ebenso beeinflussen wie das Benutzererlebnis selbst.“

Ausgehend von der Frutiger® und Helvetica® ist die Sony-Schrift SST® eine Hybridform dieser beiden Fonts. Sie vereint die organische Lesbarkeit der Frutiger mit der klaren Geometrie der Helvetica. Insbesondere sollte die für Sony entwickelte Schrift ein hohes Maß an Benutzerfreundlichkeit aufweisen. Sony-Texte sollten unternehmensweit und weltweit angenehm zu lesen sein. Zudem sollte auch bei einer geringen Größe eine gute Lesbarkeit und ein gewisses Understatement gegeben sein. Zudem war ein klares, scharfes, technisches, reines, zeitloses und vielfältiges Design erwünscht, das auf Smartphones ebenso gut zur Geltung kommt wie auf Plakatwänden. Die Schrift sollte sich auch nicht zu stark von der Helvetica unterscheiden, die Sony schon viele Male verwendet hatte.

„Aus unserer Sicht sollte die Schrift dezent sein und nicht viel Neues einbringen“, erklärt Akira Kobayashi. „Im Idealfall vereint sie mehrere Aspekte: harte und weiche Elemente, eine gewisse Produktidentität, natürliche Proportionen und so weiter … Aus diesem Grund ist es ein Kompliment, wenn wir sagen, dass ihre Merkmale nicht aus dem Rahmen fallen, wenn wir die Eigenschaften der einzelnen Zeichen mit denen anderer Schriften vergleichen. Nur wenigen Menschen in einem Geschäft würde es vermutlich überhaupt auffallen, dass die Verpackungen von Sony nun anders aussehen. Daher glaube ich, dass wir eine sehr natürliche Weiterentwicklung vorgenommen haben, damit die Schrift das Image der Sony-Produkte besser widerspiegelt.“

Die Lösung

Dieselbe Detailliebe, die Sony bei seiner Produktentwicklung an den Tag legt, bewiesen wir bei der Entwicklung der SST-Fonts. Die Strichstärke soll konsistent wirken, auch wenn sie es nicht ist. Hier ist zu berücksichtigen, dass optische Täuschungen die Wirkung von Zeichen häufig beeinflussen. Vertikale und horizontale Linien sind tendenziell gleich breit, und es gibt reichlich Raum für Öffnungen und Punzen, um auch bei kleinerer Größe eine optimale Lesbarkeit zu gewährleisten. Alle Zeichen weisen in etwa die gleiche Größe auf, so dass ein „C“ nur 1,2-mal so groß ist wie etwa ein „S“.

 

Um einen einzigen Font nicht nur für Englisch und Japanisch, sondern auch für Griechisch, Thai und Arabisch – insgesamt 93 Sprachen – zu gestalten, griff Monotype auf talentierte lokale Designer in seinem Netzwerk zurück, die von Akira Kobayashi in puncto Kurvenschwung und Strichstärke Vorgaben erhielten. Sonys Ideale in Bezug auf die Schriftart wurden im wahrsten Sinne des Wortes in viele Sprachen übersetzt. Die Gestaltung eines einheitlichen Schriftbildes, das auch eine asiatische Sprache umfasste, erwies sich als besonders schwierig – SST ist weltweit das einzige Sony-Projekt, bei dem dies umgesetzt wurde. Doch dann war es geschafft: Die Schrift passte für nicht weniger als 93 Sprachen!

„Die Entwicklung der SST hat uns viele Vorteile gebracht. Aber der größte Vorteil ist wahrscheinlich, dass wir jetzt weltweit – dank einer erstklassigen Schrift, die auf jedem Gerät funktioniert – ein einheitliches Benutzererlebnis geschaffen haben.“

Die Schrift SST findet sich heute bereits auf der Website von Sony, Produktverpackungen und in Benutzerhandbüchern. Demnächst wird sie als Firmenschrift von Sony eingeführt und soll bei einer Fülle von Sony-Produkten zum Einsatz kommen.