Die Tazugane Gothic: eine japanische Schrift mit der Eleganz eines Kranichs

Die erste japanische Schriftart von Monotype ist eine humanistische, serifenlose Schrift, die für die Verwendung mit der Neuen Frutiger entwickelt wurde. Die Tazugane Gothic setzt neue Standards in der Typografie: Gestalter sind erstmals in der Lage, japanische und lateinische Zeichen problemlos und harmonisch nebeneinander zu setzen.

Bislang verwenden Designer für englische und japanische Wörter häufig unterschiedliche Schriften, die im Ergebnis unschöne Gegensätze erzeugen können. Die neue Schrift ist die Lösung für diese Herausforderung. Die Idee zu der Tazugane kam dem leitenden Schriftdesigner Akira Kobayashi, als er Straßenschilder mit zwei Schriftarten sah, die überhaupt nicht zusammenpassten – etwa eine quadratische, serifenlose Schrift mit großen Punzen für die japanischen Zeichen neben einer schmalen Helvetica mit eng gestellten Buchstaben für die englische Version.

Die Tazugane Gothic hat stattdessen kleinere, schmalere Punzen und Zeichen, die wie bei einer Handschrift in einem ausgewogenen Gleichgewicht stehen. Als eine der drei Schriften des japanischen Schreibsystems neben Hiragana und Katakana wurde die Kanji-Schrift mit traditionellen Zeichenstrukturen gestaltet, die sanfter geschwungene Linien aufweisen als viele andere moderne Gothic-Schriftarten. Die Hiragana-Schriftzeichen orientieren sich ebenfalls an den Größenverhältnissen einer Handschrift, mit horizontal und vertikal verlängerten Zeichen für eine verbesserte Lesbarkeit.

„Genauso wie die Neue Frutiger sorgen die Zeichen der Tazugane Gothic für ein Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch“, erklärt Kobayashi, der durch seine Mitarbeit bei der Frutiger wichtige Erfahrungen zum Gestaltungsprozess beitragen konnte.

Die in der Schrift enthaltene, überarbeitete Version der Neuen Frutiger wurde auf 108 % vergrößert und die Schriftlinie etwas heruntergesetzt, damit die lateinischen Zeichen neben den japanischen nicht kleiner aussehen. Die Gestalter legten außerdem besonderen Wert auf das richtige Verhältnis zwischen Buchstaben und typografischem Weißraum. So sollte ein „ruhiger“ Gesamteindruck entstehen, der weder zu modern noch zu klassisch wirkte.

Das alte japanische Wort Tazugane hatte ich vorher noch nie gehört. Doch es hat mir auf Anhieb gefallen, denn es erinnert mich tatsächlich an die Anmut und Eleganz eines Kranichs.

„Die Schriften passen schön zusammen,“ ergänzt Kobayashi, „denn sie teilen die gleiche Philosophie.“ „Beide folgen einem bestimmten Rhythmus, wenn ihre Zeichen gesetzt werden. Ein Rhythmus, der für bessere Lesbarkeit sorgt und der die einzelnen Wörter als eigenständige Einheiten darstellt.“

Gemeinsam mit seinen Kollegen bei Monotype, den Schriftgestaltern Kazuhiro Yamada und Ryota Doi, arbeitete Kobayashi am Entwurf für die Tazugane Gothic. Sie mussten zahlreiche Glyphen dafür entwickeln. Allein für die Kanji-Schrift waren es mehrere Tausend. Trotz der vielen Details nahm die Gestaltung der Schriftfamilie etwas weniger als drei Jahre in Anspruch. Und das, obwohl sie 10 Schriftstärken bietet – ungewöhnlich viele für eine japanische Schrift.

Die Tazugane Gothic orientiert sich an den aktuellen Bedürfnissen von Gestaltern und bleibt gleichzeitig seinen kulturellen Wurzeln treu, nicht nur in puncto der DNA ihres Entwurfs. Der Name bedeutet übersetzt Kranich und geht auf das Man‘yoshu zurück, die älteste japanische Gedichtsammlung. Immer wieder steht der Kranich in der japanischen Kunst und Literatur für Schönheit und Langlebigkeit.

„Das alte japanische Wort Tazugane hatte ich vorher noch nie gehört. Doch es hat mir auf Anhieb gefallen, denn es erinnert mich tatsächlich an die Anmut und Eleganz eines Kranichs“, meint Kobayashi.

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